Am letzten Wochenende fanden in Hamburg bei sensationellen Wetter die Endspiele um die deutsche Vereinsmeisterschaft der Herren 50 statt.

Mit dabei der TC Sportpark Rot-Weiß Rheinbach mit Anders Jarryd und co.

Am Samstag Morgen erwarteten alle gespannt die Auslosung der Halbfinals. Rheinbach bekam den Club an der Alster Hamburg zugelost und ging damit dem Topfavoriten TC Bad Vilbel mit Paul Haarhuis erstmal aus dem Weg. Allerdings versprach das Duell dank der zahlreichen Hamburger Zuschauer Spannung.

In der ersten Runde kam es zu folgenden Begegnungen:

2: Miguel Puig-de Vall Lamolla – Jeremy Bates 0:6 6:4 7:10

Jeremy Bates spielte von Beginn an konzentriert und aggressiv und gewann den ersten Satz in einer knappen halben Stunde glatt mit 6:0. Auch im zweiten Satz führte er bereits mit 3:0. Obwohl der Spanier alles versuchte und vor allem Bates Rückhand (einhändig) immer wieder mit hohen Topspinbällen versuchte zu attackieren. Bates hatte damit zum Erstaunen aller aber keinerlei Probleme. Doch dann verlor er etwas die Konzentration und machte ungewöhnlich viele leichte Fehler, womit er seinen Gegner wieder ins Spiel ließ. Lamolla konnte schließlich den Satz mit 6:4 für sich entscheiden. Im CT deutete erst alles auf einen ungefährdeten Sieg Bates hin, denn er spielte so wie im ersten Satz. Der Druck war für Lamolla einfach zu hoch und so konnte sich Jeremy Bates schnell absetzen (2:6). Wieder verlor er aber etwas die konzentration un aggierte genauso wie am Ende des zweiten Satzes etwas überhastet. Beim Stand vom 7:7 fand Bates aber zu seinem Spiel zurück und gewann schließlich mit 10:7.

4: Christian Karl – Jan Gunnarsson 2:6 1:6

Jan Gunnarsson kam wie immer gut gelaunt auf den Platz. Und so sprühte er nur so vor Spielfreude. Sein Aufschlag stellte den Gegner genauso vor Probleme wie seine Vorhand und immer wieder clever eingestreute Netzangriffe. So gewann er den ersten Satz mit 6:2. Christian Karl schien etwas ratlos und hatte auch im zweiten Satz Jan Gunnarsson wenig entgegen zusetzen. Dieser gewann auch den zweiten Satz souverän mit 6:1.

6: Andreas Heider – Thomas Borchert 6:3 6:0

Thomas Borchert agierte bei seinem ersten Halbfinale bei den Deutschen Meisterschaften zu Beginn sichtlich nervös. Sein Gegner Andreas Heider spielte dagegen von Anfang an solide und gab so Tommy Borchert nicht viel Raum zur Entfaltung. Dieser arbeitete sich zwar in die Partie und varierte viel, Heider lies sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen und spielte sich im 2. Satz in einen Rausch, den Thomas Borchert nicht mehr brechen konnte.

 

So stand es nach der ersten Runde 2:1 für Rheinbach. Nach einer kurzen Pause füllte sich der Platz vor Court 8, auf dem gleich Andres Jarryd auflief.

 

In der zweiten Runde standen sich folgende Spieler gegenüber:

1: David de Miguel-Lapiedra – Anders Jarryd 2:6 3:0

Zunächst sahen die Zuschauer eine einseitige Partie bei der Anders Jarryd ein überzeugendes Spiel anblieferte. Er nahm die Bälle früh und kam immer wieder ans Netz, womit er seinem Gegner wenig Zeit lies und ständig in Bedrängnis brachte. Doch nach einem Stopp vom Spanier wendete sich das Blatt. Die Zuschauer rätselten zunächst etwas, den von außen war wenig zu erkennen. Doch je länger das Spiel dauerte wurde klar, dass Jarryd sich am hinteren rechten Oberschenkel verletzt hatte. Ein Rückschlag für die Rheinbacher auf dem Weg ins Finale. Aber Jarryd kämpfte und gewann Satz trotz allem mit 6:2. Im zweiten Satz zog der Spanier aber davon und Jarryd gab beim Stand von 0:3 auf um eine schlimmere Verletzung zu vermeiden.

3: Karsten Krammenschneider – Stefan Burchard 6:3

Auf dem Platz hinter dem Centercourt kam es zu einem rein deutschen Duell. Aus Sicht der Rheinbacher nahm der erste Satz einen erstaunlichen Verlauf. So machte Stefan Burchard, sonst gewohnt sicher, viele Fehler und fand überhaupt nicht ins Spiel. Nach 1:5 holte er sich aber wenigstens ein Break zurück, verlor aber den Satz mit 3:6. Sein Gegner hatte sich aber schwerer verletzt und musste nach dem ersten Satz aufgeben. Wir wünschen auf dem Wege nochmal gute Besserung!

5: Frank Unkelbach – Tom Coulton 0:6 2:6

Tom Coulton, der die ganze Saison ehr längere Matches spielte, hatte diesmal wenig mühe mit seinem Gegner. Dieser schien mit Coulton’s extremen Topspin nicht zurecht zu kommen. So ging der erste Satz mit 6:0 an Tom Coulton. Am Anfang des zweiten satzes war das Spiel etwas ausgeglichnener und es entwickelten sich die erwarteten langen Ballwechsel. Aber Tom Coulton konnte noch etwas zulegen und übte jetzt mit seinem Ausfschlag permanent Druck auf den Gegner aus, und gewann schließlich den zweiten Satz mit 6:2

Der Zwischenstand nach den Einzeln 4:2 aus Sicht der Rheinbacher, die damit nur noch ein Doppel gewinnen brauchten. Die Mannschaft überlegte lange, als Anders Jarryd aber signalisierte, dass er spielen könne, war schnell klar wie die Doppel gespielt werden sollten. So spielten die Rheinbacher schließlich wie gegen den THC Münster (Jarryd/Bates, Gunnarsson/Burchard, Coulton/Borchert).

Die Doppel nahmen eine einseitige Entwicklung, denn die Doppelstärke von den Spezialisten Jarryd, Gunnarsson und Coulton war für die Hamburger einfach zu hoch und die Doppelpaarungen der Rheinbacher ergänzten sich perfekt.

Die Ergebnisse:

Jarryd/Bates: 6:1 6:2

Gunnarsson/Burchard 6:1 6:3

Coulton/Borchert 6:2 1:2 (Abbruch, da Rheinbachs Finaleinzug fest stand)

 

Der Finaltag:

An diesem Finalsonntag war die Spannung zum Greifen nahe. Alle warteten auf die Begegnung zwischen Rheinbach und Bad Vilbel und vor allem auf das Spitzenspiel Anders Jarryd gegen Paul Haarhuis.

In der ersten Runde sahen die Zuschauer aber bereits Spitzentennis

2: Johann Carlson – Jeremy Bates 2:6 1:6

Das Topspiel der ersten Runde entwickelte sich zu einem Schlagabtausch, bei der Jeremy Bates ein beeindruckendes Tempo an den Tag legte. Mit präziesen Schlägen lies er Johann Carlson kaum in die Partie kommen und so führte Jeremy Bates schnell mit 6:2. Im zweiten Satz attackierte Carlson vermehrt mit hohem Topspin über Bates Rückhand, aber dieser war davon völlig unbeeindruckt und spielte weiter wie im Rausch und gewann auch den zweiten Satz mit 6:1. Damit hatte Rheinbach einen Punkt und es schien alles nach Plan zu verlaufen, denn die Mannschaft hoffte es irgendwie die Entscheidungen in den Doppeln zu erzwingen.

4: Damir Buljevic – Jan Gunnarsson 6:1 6:1

In dieser Partie machte sich das erste mal in diesem Finale die Frische der deutlich jüngeren Bad Vilber Mannschaft bemerkbar. Jan konnte zunächst an seine gute Leistung vom Vortag anknüpfen und lag direkt mit einem Break vorne, doch je länger das Match dauerte, desto schwerer hatte er es, da er in jedem Ballwechsel mehr investieren musste als sein Gegenüber. Es gelangen ihm zwar einige spektakuläre Punkte, aber die Schnelligkeit seines Gegners war einfach erdrückend. So verlor er den ersten Satz mit 1:6. Im zweiten Satz probierte er nochmal alles, aber sein Gegner spielte jetzt wie in Trance und ihm gelang einfach alles, sodass auch dieser Satz mit 1:6 und damit der Punkt an Bad Vilbel ging. Somit stand es 1:1.

6: Francisco Castella – Karl Heinz Kremer 6:1 6:0

Der Mannschaftsführer der Rheinbacher Mannschaft, der am Vortag ausgesetzt hatte, erwischte einen guten Tag. Konzentriert und sehr ruhig ging er die Partie an und lies sich durch das hohe Tempo nicht aus der Ruhe bringen. Auch nach einem 0:4 Rückstand im ersten Satz glaubte er weiter an sich. Karl Heinz spielte mit Abstand die Beste Partie der Saison, aber der Gegner beschäftigte Ihn ununterbrochen und lies Ihn nicht in die Offensive. So sahen die Zuschauer zwar spannende Ballwechsel, aber trotz allen Bemühungen von Karl Heinz Kremer einen einseitigen Spielverlauf und den nächsten Punkt für Bad Vilbel zum 1:2.

 

Nun war es soweit, die Spieler Anders Jarryd und Paul Haarhuis betraten in der zweiten Runde den Platz

1: Paul Haarhuis – Anders Jarryd 6:4 6:4

Jarryd begann konzentriert wohin gegen der Niederländer Haarhuis ungewohnt viele Fehler machte. Auch von der Verletzung vom Vortag war bei Anders Jarryd nichts mehr zu sehen. So ging dieser auch recht schnell mit 4:1 in Führung, doch dann spielte Haarhuis, der bereits nach drei Spielen einen Schläger zum Bespannen gab, druckvoller und lies Jarryd mehr laufen. Dieser bekam zusehends Probleme und fand zunächst kein Mittel, sodass der Satz mit 4:6 verloren ging. Im 2. Satz konnte Haarhuis vorlegen und bis zum 4:4 war das Match ausgeglichen. Dann ging der Niederländer mit 5:4 in Führung und Jarryd, der drei mal über den zweiten Aufschlag gehen musste, lag mit 0:40 zurück. Zwei Matchbälle konnte er noch abwehren, dann war das Spiel vorbei und es stand 1:3 aus Rheinbacher sicht.

3: Michael Kocher – Stefan Burchard 6:2 6:1

Michael Kocher hatte am Vortag ein hartes Match hinter sich, sodass die Rheinbacher sich in dieser Partie etwas ausrechneten. Doch diesem war die Belastung des Vortags nicht anzusehen, während Stefan Burchard umbedingt eine bessere Partie spielen wollte als noch im Halbfinale. Burchard wirkte aber nicht locker und Kocher diktierte von Anfang an das Spiel mit seiner brutal schnellen Vorhand. Stefan kämpfte sich nach 0:5 zwar noch auf 2:5 im ersten Satz heran, aber Michael Kocher blieb cool und gewann mit 6:2 den ersten Satz. Der zweite Satz hatte einen ähnlichen Verlauf und den Punktverlust zum 1:5 für den TC Sportpark Rot-Weiß Rheinbach zur Folge.

5: Mauro Elia – Tom Coulton 6:0 6:3

Tom Coulton wollte mit seiner Mannschaft unbedingt nach Hamburg zur Endrunde der deutschen Meisterschaften und am liebsten dort den ersten Platz erreichen. Im Finale hatte er aber einen harten Brocken zu knacken. Mauro Elia spielte schneller als Coulton und war, da ebenfalls deutlich jünger, körperlich leicht im Vorteil. Die ersten Punkte waren umkäpft, gingen aber allesamt, wie der erste Satz (0:6) an Elia. Der zweite Satz war ausgeglichener, da Coulton nun mehr Risiko einging, seine Fehlerquote aber wie gewohnt niedrig war. Trotzdem reichte es nicht und Rheinbach musste Bad Vilbel zur deutschen Meisterschaft (1:5 aus Sicht der Rheinbacher) gratulieren.

 

Die Doppel wurden wie erwartet nicht mehr gespielt.

Hier die weiteren Ergebnisse